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Elektroauto abschleppen — warum es anders ist und was schiefgehen kann

Jede fünfte Neuzulassung in Deutschland ist mittlerweile ein Elektroauto. Damit steigt auch die Zahl der Pannen und Unfälle mit E-Autos. Und genau hier wird es kritisch: Viele Abschleppdienste behandeln ein Elektroauto wie einen Verbrenner. Das kann teuer enden.

Warum Abschleppen auf den Rädern nicht geht

Bei einem Verbrenner legen Sie den Leerlauf ein, und die Räder drehen frei. Bei einem Elektroauto sind die Räder direkt mit dem Elektromotor verbunden. Es gibt keinen echten Leerlauf.

Wenn Sie ein E-Auto mit den Antriebsrädern auf der Straße schleppen, wirkt der Motor als Generator. Er erzeugt unkontrolliert Strom, die Leistungselektronik überhitzt, und im schlimmsten Fall beschädigen Sie:

  • Den Elektromotor (Ersatzkosten: 3.000 - 6.000 €)
  • Den Inverter (2.000 - 5.000 €)
  • Die Hochvoltbatterie (bis zu 15.000 €)

Ein Abschleppfehler kann also schnell teurer werden als der gesamte Restwert mancher Fahrzeuge.

Die Regel: Immer Plateaufahrzeug

Ein Elektroauto gehört immer auf ein Plateaufahrzeug — alle vier Räder in der Luft. Ohne Ausnahme.

Das gilt für:

  • Vollelektrische Fahrzeuge (Tesla, VW ID, BMW i, Hyundai Ioniq, Mercedes EQ)
  • Plug-in-Hybride (PHEV) — sie haben Elektromotoren an den Rädern
  • Die meisten Vollhybride — im Zweifel: Plateaufahrzeug

Nur Mild-Hybride (MHEV), bei denen der E-Motor die Räder nicht direkt antreibt, können wie Verbrenner geschleppt werden.

Das Batteriethema

Die Batterie eines Elektroautos wiegt zwischen 300 und 700 kg und sitzt unter dem Fahrzeugboden:

Bodenfreiheit: Viele E-Autos sitzen tief. Die Auffahrrampe mancher Plateaufahrzeuge ist zu steil und kann den Unterboden oder das Batteriegehäuse beschädigen.

Gewicht: Ein Tesla Model 3 wiegt 1.760 kg. Ein BMW iX über 2.500 kg. Nicht jedes Plateaufahrzeug kann das.

Beschädigte Batterie: Wenn das Auto einen Unfall hatte und die Batterie möglicherweise beschädigt ist, muss der Abschleppdienst das wissen. Beschädigte Lithium-Batterien können sich entzünden.

Leere Batterie: Bei 0% Ladestand lässt sich bei manchen Modellen der Transportmodus nicht mehr aktivieren. Versuchen Sie, mindestens 1-2% Restladung zu behalten.

Was Sie den Abschleppdienst fragen sollten

  1. Kommt ein Plateaufahrzeug? Wenn die Antwort „Abschleppstange" oder „Achsroller" ist — suchen Sie einen anderen Dienst.
  2. Haben Sie Erfahrung mit Elektroautos? Nicht jeder Abschleppdienst kennt die Besonderheiten.
  3. Ist die Rampe für tiefergelegte Fahrzeuge geeignet? Tesla Model S und Porsche Taycan sind besonders niedrig.
  4. Welche Tragfähigkeit hat das Plateaufahrzeug? Wichtig bei schweren E-Autos über 2.000 kg.

Mehrkosten

Das Abschleppen eines E-Autos kostet etwa 10-20% mehr als bei einem vergleichbaren Verbrenner:

  • Plateaufahrzeug ist Pflicht (keine günstigere Alternative)
  • Höheres Fahrzeuggewicht = mehr Dieselverbrauch
  • Sorgfältigere Handhabung nötig

Für einen innerstädtischen Einsatz sind das statt 150 € eher 170-180 €. Bei Langstrecke statt 400 € eher 450-480 €.

Zusammenfassung

Elektroauto = immer Plateaufahrzeug. Fragen Sie vorher nach Erfahrung mit E-Autos, Rampeneignung und Tragfähigkeit. Der Aufpreis ist moderat (10-20%), aber ein Fehler kann Tausende kosten. Sie können kostenlose Angebote von Profis mit E-Auto-Erfahrung einholen.

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